Gleich vorweg - wer viele Flugzeugbilder erwartet, den muss ich enttäuschen. Spotter kommen in Namibia wohl kaum auf ihre Kosten. Lediglich ein paar wenige Flugzeugbilder aus Windhoek gibt es am Ende des Berichts.
Nachdem wir nun endlich nach dem ganzen Chaos mit Air Namibia (zur Erinnerung Teil 1: http://www.strforum.de/viewtopic.php?f=29&t=9078) am Flughafen in Windhoek angekommen sind und unseren Mietwagen übernommen haben, konnte unsere Reise durch Namibia beginnen.
Die geplante Route durch Namibia für die nächsten 10 Tage:

Es war bereits nach 15.00h als wir die Innenstadt von Windhoek erreichten und nun hatten wir noch eine Strecke von ca. 400km vor uns. Die Nacht in Windhoek zu verbringen und erst am nächsten Tag die Strecke bis ins Sossusvlei zu fahren, war leider keine Option, da wir alle Unterkünfte vorgebucht hatten und da auch keine Umbuchung möglich gewesen wäre. Also blieb uns nichts anderes übrig als zu fahren und zu hoffen, dass wir noch vor Sonnenuntergang in unserer Lodge ankommen werden.
Die ersten 80km ließen wir schnell hinter uns, doch ab dann verlief die Strecke nur noch über Schotterpisten.


Die Strecke verlief wunderschön durch einige kleine Gebirgszüge, auf Grund der Regenzeit waren auch einige sonst ausgetrocknete Flussbetten mit Wasser gefüllt, welche passiert werden mussten. Wir waren sehr froh, einen Geländewagen angemietet zu haben.

Als die Sonne schon sehr tief stand und wir sicher noch immer 150 km von unserem Ziel entfernt waren, musste ein kurzer Stopp für ein Foto einfach sein:

Bis Sonnenuntergang haben wir es dann nicht geschafft, die letzte Stunde sind wir dann in der Dämmerung gefahren, wovon eigentlich abgeraten wird, da die Strassen meist in keinem guten Zustand sind und nachts auch viele Tiere unterwegs sind.
Sternenhimmel über Namibia im Namib-Naukluft-Park.

Am nächsten Morgen hieß es bereits um 4.00h wieder aufstehen, da es von unserer Lodge noch 65 km bis ins Sossusvlei waren. Zum Sonnenaufgang waren wir dann dort:

Vom Parkplatz geht es noch mal etwa 5km zum Dead Vlei, bzw. Sossusvlei, man kann entweder mit seinem eigenen Fahrzeug fahren, sofern man einen entsprechenden Geländewagen gebucht hat. Oder aber man kann für 10 EUR mit dem Shuttle fahren.




Das Dead Vlei – eine ausgetrocknete Tonpfanne mit 500 Jahre alten Akazienbäumen:





Diese Sanddünen zu besteigen ist super anstrengend, da man im Sand immer wieder zurückrutscht.




Weiter geht’s zum Sossusvlei:




„Hummeldumm on Tour“ (vielleicht hat der ein oder andere das Buch gelesen, einige Situationen aus dem Buch kommen einem sehr bekannt vor...)



Zurück in der Lodge am Vormittag – nun konnten wir diese das erste mal bei Tageslicht sehen – wunderschön gelegen im Namib-Naukuft Park.


Die einzelnen Zimmer bestehen aus Zelt-Hütten, das Interieur besteht aus Naturmaterialien:



Gerne wären wir noch einen Tag geblieben, aber auf einer Reise durch Namibia hat man durch die weiten Entfernungen ein sehr straffes Programm. Daher ging es für uns am späten Vormittag weiter in Richtung Swakopmund.


Pause in Solitaire – ein Ort, welcher eigentlich nur aus einer Tankstelle und einem Campingplatz besteht.



Viel los ist auf dieser Straße nicht (pro Stunde 1-2 Autos), dieses Gefährt trifft man aber häufiger an…

…und Mitten in der Wüste den hier:

Am Nachmittag erreichen wir Walvis Bay. Am dortigen Flughafen ist wegen des Air Namibia Streiks nichts los.
An der Küste ist gerade Kabeljau Saison:






Noch 40km bis zu unserem heutigen Etappenziel: Swakopmund:

Allerdings haben wir uns etwas verfahren und sind in dem Township Kuisebmond rausgekommen. Hier ein paar Eindrücke von einer Welt, welche den Touristen eigentlich verschlossen bleibt:



















Als wir in Swakopmund angekommen sind, war das Innere unseres Kofferraums von einer feinen Staubschicht übersäht.

In Swakopmund sind noch viele Einflüsse der deutschen Kolonialzeit sichtbar:





In Namibia ist es auf Grund geringer Verbreitung von Internet nicht immer einfach an aktuelle Infos zu kommen. Um den aktuellen Stand des Streiks bei Air Namibia zu erfahren, haben wir einen Blick in die Tageszeitung geworfen - allerdings gibt es in Namibia Themen, die wichtiger sind als ein Streik der Fluggesellschaft:

Weiter ging es nach Cape Cross, an der Skelettküste entlang an welcher einige Schiffswracks liegen.
Ein angolanischer Fischkutter:

Dieses Schiff ist im August 2012 ausgebrannt, sollte für die französische Telekom Glasfaserkabel verlegen:

In Cape Cross leben ca. 80.000 Robben:







Weiter ging es in Richtung Damaraland. Auf der ca. 300km weiten Strecke begegnet man kaum anderen Autos, dafür sieht man am Strassenrand Behausungen des Himba-Stammes.



kleine Verkehrsschilderkunde Namibias:
Achtung Elefant:

Achtung Warzenschwein:

Ende der Asphaltstrasse

Heutiges Ziel erreicht - Twyftelfontein Country Lodge:

Ein Klippschliefer - der nächste Verwandte diesen Tieres ist der Elefant, was man angesichts der Meerschweinchengröße kaum vermuten würde:

Twyftelfontein ist bekannt für seine Felsgravuren, welche seit 2007 UNESCO Weltkulturerbe sind:

Ein Guide führt einen zu den Gravuren:





Nach der Besichtigung der Felsgravuren war das heutige Ziel der Etosha Nationalpark.
Das passiert, wenn man auf den Schotterpisten mit nicht angemessener Geschwindigkeit unterwegs ist. Die beiden japanischen Touristen kamen aber mit dem Schrecken davon.

In Kahmanjab, der letzten Stadt vor dem Etosha Nationalpark:

Sollte man auf den Schotterpisten einen Platten haben, kann man hier seinen Reifen flicken oder austauschen lassen...

... oder sein Handy reparieren lassen - ist übrigens ein und der selbe "Laden".

Der Etosha Nationalpark kann nicht mehr weit sein:

Wir fuhren über das Galton Gate im Westen in den Nationalpark. Offiziell darf man über dieses Gate nur rein, wenn man eine Übernachtung im Westteil des Parks gebucht hat, dementsprechend wenig frequentiert ist dieses Gate und auch der komplette westliche Teil.


Erste Tiersichtungen auf dem Weg zum Dolomite Camp:



Das Dolomite Camp wurde erst Mitte 2011 eröffnet:



Namibische Fels Agame:

Die einzelnen Unterkünfte sowie Bars und Speisezimmer bestehen aus Zelthütten.

Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ist es auf Grund der in der Gegend lebenden Raubtiere und fehlenden Einzäunung nicht erlaubt, alleine im Camp rumzulaufen. Nach dem Abendessen wird man von einem Ranger zu seinem Zimmer begleitet.
Sonnenuntergang im Etosha Nationalpark:

Am nächsten Tag stand eine etwa 180km weite Fahrt durch den Park bis zu unserem nächsten Camp an. Auf Grund der wenigen Touristen im Westteil des Parks sind die Tiere hier auch viel scheuer und lange nicht so an die Autos gewöhnt wie im Rest des Parks.




Wo die Geier sind...

...ist das Aas nicht weit...

Springböcke:

Am Nachmittag erreichten wir unser Camp Okaukuejo:


Dieses Camp verfügt über ein eigenes Wasserloch, welches abends auch beleuchtet ist. Leider war während unseres Aufenthalts nichts los.

Kuhantilopen:


Gelbschnabel-Toko:



Das nächste Camp - Halali in der Mitte des Parks:


Auch dieses Camp verfügt über ein eigenes Wasserloch, welches ebenfalls nachts beleuchtet ist:




Buschfeuer:

Nur eine Frage der Zeit, bis man am Wasserloch Tiere sichten kann:



weitere Impressionen aus dem Etosha Nationalpark:

Schakal:

Steppenwaran:



Kudus:


Hyäne:


Namoutoni, ganz im Osten des Parks:


Manguste:

Sekretär:

Gabelracke:


Gnus:

Am letzten Tag hatten wir noch das Glück, ein ganzes Löwen-Rudel zu sehen:


Nach 6 Tagen Safari im Etosha verlassen wir den Park über das Andersson-Gate wieder und fahren Richtung Windhoek:

In Outjo treffen wir auf diesen Frame:

Christus Kirche in Namibia - beim Betreten wird man übrigens mit "Grüß Gott" auf deutsch begrüßt:


Alte Feste mit Reiterdenkmal:

Dann ging es zum Eros Airport, welcher für Inlandsflüge genutzt wird. Da Air Namibia noch immer streikt, waren keine Air Namibia Embraer vor Ort.
Dafür dieser Regierungs-Heli:





Zwar streikte Air Namibia noch immer, aber unser Flug zurück nach Johannesburg sollte pünktlich gehen. Die Langstrecke nach Frankfurt wurde mal eben um 12h vorverlegt und zeitgleich mit uns waren die ganzen Frankfurt-Passagiere. Teilweise spielten sich chaotische Szenen ab. Passagiere wurden weggeschickt, teilweise via Kapstadt oder Johannesburg umgebucht, andere bekamen überhaupt keinen Platz mehr, wiederum andere sahen so aus, als hätten sie schon die ganze Nacht am Airport verbracht.

Unser Flug nach JNB war dann leicht verspätet, aber er ging. Als Fazit zu Air Namibia kann ich nur sagen: nie wieder. Ich habe auch nach unserer Rückkehr die Lage weiter verfolgt, der Streik wurde zwar dann beendet, dafür hat Air Namibia auf Grund Zahlungsschwierigkeiten kein Kerosin mehr in Windhoek bekommen und flog die Frankfurt-Route wochenlang via Angola, um dort zu tanken. Nicht sehr angenehm für die Passagiere, aber leider ist Air Namibia die einzige Airline, die Deutschland mit Namibia verbindet.
Zum Abschluss noch ein paar Bilder aus WDH:




Das soll es aus Namibia gewesen sein, ich hoffe dieser Reisebericht hat Euch gefallen.




